Typische Konflikt-Denkfehler im Management

Die Top 5 Konflikt-Denkfehler von Führungskräften

Konflikte gehören fest zum Unternehmensalltag!

Studien zufolge verwenden Führungskräfte 30-50% ihrer Zeit im Business darauf, Konflikte zu lösen. Leider grassieren typische Denkfehler, die Vorgesetzte davon abhalten, Auseinandersetzungen konstruktiv anzugehen – sind Sie in Ihrer Führung davon auch betroffen?

Fünf Konflikt-Denkfehler, die mir in Coachings immer wieder begegnen…


1. „Wenn Konflikte entstehen, habe ich als Führungskraft versagt.“

Falsch – Konflikte können nicht nur nicht vermieden werden, sie sollten es auch nicht. Ein Leben ohne Meinungsverschiedenheiten oder Auseinandersetzungen bedeutet Stillstand, und einige der besten Ideen und Beziehungen sind aus Konflikten entstanden. Ohne sie gibt es keine Weiterentwicklung, und das ist doch eines der Kernziele von Führung: Organisationen und Menschen weiterentwickeln. Konflikte sollten aber konstruktiv gelöst werden und nicht eskalieren. Hier ist es Aufgabe der Führungskraft, ein Klima zu schaffen, in dem Konflikte offen, zeitnah und angstfrei angesprochen werden können.

2. „Wer ein Problem hat, wird das schon ansprechen.“

Kennen Sie das Konfliktverhalten Ihrer Mitrarbeiter! Besonders extrovertierte und sehr analytisch orientierte Personen fallen gerne in diese Denkfalle. Ihnen fällt es meist leichter, die Dinge beim Namen zu nennen. Introvertierte Konflikttypen hingegen können dazu neigen, den Konfliktverlauf erst einmal beobachten zu wollen, bis es irgendwann zu viel wird. Vorgesetzte sollten daher ihre Teammitglieder auch in ihrem individuellen Konfliktverhalten gut kennen und situativ auf die entsprechenden Personen zugehen können.

3. „Irgendwas liegt in der Luft, aber ich spreche es mal lieber nicht an. Nachher erschaffe ich noch einen Konflikt, wo es gar kein Problem gab.“

Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl! Wutausbrüche auf dem Flur und knallende Türen sind nicht die einzigen Formen von Konflikte. Auch über Jahre verfestigte Situationen machen sich manchmal „nur“ durch verdrehte Augen hinter dem Rücken oder knappe Antworten bemerkbar. Sprechen Sie offen an, was Sie wahrnehmen. Nur so gehen Sie sicher, dass sich die Konflikte nicht noch weiter verfestigen.

4. „Dann kommt das mal eben schnell auf den Tisch, …“

Kurze Aussprachen sind zum Scheitern verurteilt! Generell gilt: Je länger ein Konflikt sich aufgebaut hat, desto länger braucht er, um geklärt zu werden. Meist handelt es sich bei festgefahrenen Konflikten nicht (nur) um Sachthemen, sondern um tiefer sitzende Missverständnisse und Verletzungen. Diese mit einer kurzen Aussprache oder gar Ansage beilegen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Machen Sie sich bewusst, dass die Zeit, die Sie zum Lösen des Konflikts investieren, schon bald durch eine Verbesserung der wahrscheinlich stark angeschlagenen Produktivität zwischen den Konfliktparteien wieder reingeholt wird.

5. „Ich kann davon ausgehen, dass es sich um ein Sachproblem handelt. Wir sind schließlich auf der Arbeit, Gefühle haben hier nichts zu suchen.“

Sicherlich haben Sie schon einmal etwas vom Eisberg-Modell gehört. Nach diesem Modell sind Konflikte mit einem Eisberg vergleichbar: Nur etwa 20% dessen, worum es wirklich geht, wird sichtbar ausgetragen (über der Wasseroberfläche) und kommuniziert. 80% des Konfliktzusammenhangs spielen sich allerdings auf der Ebene des Ungesagten ab – hier geht es beispielsweise um tiefer sitzende Verletzungen, Kränkungen oder Missverständnisse, die unter der Oberfläche schwelen und dem Konflikt unterschwellig so richtig schön einheizen. Manchmal geht es um Aspekte, die die Beteiligten nicht einmal selbst richtig greifen können, zum Beispiel um verletzte Werte. Wenn diese unsichtbare Ebene nicht ins Sichtbare geholt wird, wird höchstwahrscheinlich auch der Konflikt nicht gelöst werden.

Keine Angst vor Konflikten

Konflikte gehören fest zum Unternehmens- und Führungsalltag. Seien Sie besonders sensibel für schwelende Konflikte und trauen Sie sich, diese anzusprechen, wann immer Sie sie wahrnehmen – nur so sorgen Sie dafür, dass wertvolle geistige Kapazitäten auch dafür verwendet werden können, wo Sie hingehören: für gute Arbeitsergebnisse.

Linda Wulff Productivity Coach in Hamburg. Berlin, Lübeck

Als Productivity Coach unterstützt Linda Wulff Menschen und Teams dabei, stressfreier mehr zu erreichen. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Coachings und Workshops zu den Themen Produktivität, Zeitmanagement, Selbstorganisation, Teamentwicklung und Konfliktklärung.
Sie arbeitet größtenteils mit Klientinnen und Klienten in Norddeuschland (Lübeck, Hamburg, Kiel), Berlin oder europaweit per Skype.

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